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Thursday, 23.11.2017
Etappen Blog Eisenach
Thursday, 2010-04-08 21:00 Alter: 8 Jahre

Eisenach

In Eisleben wurden die Läufer mit viel Interesse von den Besuchern auf der Wartburg empfangen.

Dort führte das MDR-Team mit Katrin Huß eine Live-Schaltung bei "Hier ab 4" durch. Die Stimmung war wie immer bei allen im "VLZP-Team" hervorragend.

Impressionen der Etappe

Eisenach

Die Stadt Eisenach nördlich des Thüringer Waldes wurde im 12. Jahrhundert durch Landgraf Ludwig II. von Thüringen zur Stadt erhoben. Die Nähe zur landgräflichen Residenz auf der Wartburg war für Eisenach von großer Bedeutung.  Zu dieser Zeit lebte dort die Hl. Elisabeth. Diese ungarische Prinzessin wurde mit Hermann von Thüringen verheiratet. Am Hofe der Landgrafen lebte sie später nach dem Vorbild des Hl. Franz von Assisi in Askese und Frömmigkeit. Als Sinnbild der Nächstenliebe wird sie heute in beiden Konfessionen verehrt. Das Aussterben der ludowingischen Landgrafenlinie Mitte des 13. Jahrhundert führte dazu, dass die Wartburg an das Haus Wettin fiel, und somit im 15. Jahrhundert im Besitz Friedrichs des Weisen war. Diese Tatsache erklärt auch die Bedeutung Eisenachs und der Wartburg zur Zeit der Reformation. Friedrich der Weise unterstützte Martin Luther. Dieser kannte Eisenach, da er hier von 1498 bis 1501 die Lateinschule besucht hatte. Da Eisenach die Heimatstadt seiner Mutter war, ist anzunehmen, dass Luther zu dieser Zeit bei der verwandten Patrizierfamilie Cotta gewohnt hat, im heutigen Lutherhaus. In der Georgenkirche predigte Luther 1521 mehrfach. Das Gotteshaus wird bereits im 12. Jahrhundert als spätromanischer Bau erwähnt, ist jedoch zu Luthers Zeiten eine spätgotische Hallenkirche. Von der mittelalterlichen Ausstattung sind nur eine geschnitzte Kreuzigungsgruppe und der Taufstein erhalten geblieben. Viele Altäre, Gemälde und weitere Ausstattungsstücke sind den Unruhen der Bauernkriege 1525 zum Opfer gefallen.  Nachdem das Gotteshaus als Rüsthaus und Pferdestall genutzt wurde, erhielt die schwer beschädigte Kirche in der Mitte des 16. Jahrhunderts einen flachgedeckten Emporensaal  und einen mit einem  geraden Abschluss versehen Chor. Hier entstand eine der frühsten protestantischen Hallenkirchen in Thüringen. Da Luther bei seiner Anhörung vor Karl V. auf dem Reichstag in Worms 1521 seine Schriften nicht widerrufen hatte, wurde das Wormser Edikt erlassen, mit dem die Reichsacht über den Reformator verhängt wurde. Luther war damit von Kaiser und Papst geächtet. Auf dem Rückweg von Worms wurde der geächtete Martin Luther von den Soldaten Friedrichs des Weisen zum Schein entführt und auf die Wartburg in Sicherheit gebracht. Unter dem Pseudonym „Junker Jörg“ hielt er sich von Mai 1521 bis März 1522 dort auf. In einem kargen Raum der Burg, der heutigen Lutherstube, übersetzte der Reformator das Neue Testament auf Grundlage des griechischen Urtextes ins Deutsche.