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Tuesday, 19.09.2017
Etappen Blog Siena
Saturday, 2010-04-17 15:45 Alter: 7 Jahre

Siena

Auf zur Königsetappe unserer Tour. Knappe 210 Kilometer mussten die Läufer am heutigen Tage durch die Toskana zurücklegen und das nicht nur auf gerader Ebene.

Mehrere Berge und Täler wechselten sich ständig ab und machten es den Läufern nicht immer leicht. Doch der nicht zuübertreffende Zusammenhalt und Spaß im Team machten auch diese Strapazen wett.

In Siena liefen unsere Mitglieder auf dem Marktplatz ein.

Das Abendprogramm wurde zur Besichtigung der Stadt mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten genutzt.

Am bekanntesten dürfte Siena durch den Palio di Siena sein. Ein Pferderennen, das am zentralen Platz Piazza del Campo ausgetragen wird.

Impressionen der Etappe

Siena

Auf dem Weg nach Rom liegt an der Frankenstraße, einer der meistfrequentierten neuzeitlichen Handelsstraßen zwischen dem Norden und dem Süden, die toskanische Stadt Siena. Die städtische Siedlung erstreckt sich über drei Hügel mit einer Höhe bis zu 300 m.

Im Italien des 13. Jahrhunderts bildete Siena einen der zahlreichen Stadtstaaten. In diese Zeit fällt auch die starke Konkurrenz zwischen Siena und Florenz. So war die kaisertreue Stadt Siena mit vielen Privilegien zeitweilig der papstnahen Stadt Florenz überlegen. Das künstlerische Erscheinungsbild der Stadt verkörpert auch heute noch den Charakter der italienischen Gotik und nicht den der Renaissance wie in Florenz. Der Reichtum durch die  Handels- und Geldgeschäfte ist ein Grund für die rege Bautätigkeit im Mittelalter sowie die vorbildliche Struktur des Stadtrates. Dieser setzte sich paritätisch aus Bürgern und Adel zusammen. Es verwundert nicht, dass daher der Rathausturm, Torre del Mangia, mit 102 m Höhe selbstbewusst alle anderen in der Toskana in seinen Schatten stellt. Das Rathaus, der Palazzo Pubblico, erstrahlt in den Rottönen des Backsteins und ist ein mächtiger gotischer Profanbau. Die Hauptfassade öffnet sich zum Platz, dem Campo, der in seiner Gestaltung an römische Amphitheater erinnert. Auf einem Hügel der Stadt, die Silhouette weithin bestimmend, liegt der Dom S. Maria Assunta, charakteristisch durch seine zweifarbig gebänderte Marmorfassade. Der Bau entstand nach dem Vorbild Pisas und ist mit seiner Formensprache ein herausragendes Beispiel italienischer gotischer Architektur, die die Kathedralbauten in Frankreich zum Vorbild hatte. Der Grundriss ist kreuzförmig und geht aus einer romanischen dreischiffigen Basilika hervor. Innen hat der Bau ein gotisch erhöhtes Mittelschiff, ein mehrschiffiges Querhaus sowie einen gotischen Chor. Der Bau wurde im 13. Jahrhundert begonnen und reichte bis in das 14. Jahrhundert hinein. Eine umfassende Vergrößerung des gesamten Baukomplexes wurde wegen finanzieller Knappheit und statischer Schwierigkeiten 1355 verworfen. Die Großartigkeit und die Dimensionen dieses geplanten „Duomo Nuovo“ sind heute noch an der begonnenen Langhausfassade ersichtlich.

Das Innere des Domes zeigt eine umfangreiche kunsthistorische Ausstattung: beispielsweise vierzig von verschiedenen Künstlern gefertigte Bilder aus farbigem Marmor, die einen zusammengesetzten Fußboden ergeben. Weitere Höhepunkte sind die Kanzel des Bildhauers Niccolò Pisano, die Bibliothek des Enea Silvio Piccolomini, des Humanisten und späteren Papstes Pius II., sowie die von Donatello gefertigte Bronzestaute Johannes des Täufers.

Zum Domkomplex gehört auch die dreischiffige Taufkirche, die als notwendiger Unterbau bei der Verlängerung des Domchores eingefügt wurde.  Im Inneren ist ein Taufbrunnen der Frührenaissance von Lorenzo Ghiberti und anderen Künstlern zu sehen.